Technik gegen Kabelsalat

Arbeitsgruppe stellte optoelektronisches Funksystem in Turin vor

Bei der 36. "European Conference and Exhibition on Optical Communication" im norditalienischen Turin war vom 20. bis 23. September 2010 auch die Fakultät für Ingenieurwissenschaften vertreten. Die Arbeitsgruppe Mikrowellen-Photonik um Dr. Andreas Stöhr stellte das weltweit zurzeit schnellste photonische 60-GHz-Funksystem vor.

ECOC 2010
Präsentation des 60-GHz-Funksystems

Die ECOC 2010 ist mit circa 300 Ausstellern die größte europäische Messe im Bereich der optischen Kommunikationstechnik und ein Treffpunkt für alle, die auf dem Sektor optische Materialien, Bauteile und Systeme für Telekommunikation und Netzwerktechnik Rang und Namen haben. Für die Fakultät waren Ivan Flammia und Sebastian Babiel, beides wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl Optoelektronik, ins Lingotto Fiere-Ausstellungszentrum gereist, um das in der Arbeitsgruppe Mikrowellen-Photonik entwickelte und aufgebaute Funksystem zu präsentieren.

Am Stand der u²t Photonics AG, dem weltweit führenden Hersteller von Hochgeschwindigkeits-Photodetektoren, optischen Modulatoren und Transceivern konnten sich die Messebesucher selbst von der Leistungsfähigkeit des Funksystems überzeugen. Die Messepartnerschaft mit einem kommerziellen Anbieter ist das Ergebnis einer früheren Kooperation. u²t entwickelte zuvor mit der Arbeitsgruppe von Dr. Stöhr und anderen industriellen Partnern eine spezielle, für die 60-GHz-Radio-over-Fiber-Technologie benötigte, ultraschnelle Photodiode.

Demonstriert wurde die drahtlose Funk-Übertragung von digitalen HDMI-Signalen über mehrere Meter. Normalerweise werden diese Signale beim Abspielen von BluRay-Discs per Kabel an einen Plasma- oder LCD-Fernseher (HDTV) bei einer Auflösung von bis zu 1920x1080 Bildpunkten (1080p) gesendet. Die drahtlose Übertragung kann hier dabei helfen, den Kabel-Dschungel hinter HiFi-Anlage und Fernseher auszudünnen.

Damit ist das Anwendungsspektrum natürlich nicht erschöpft. Zurzeit werden zum Beispiel auch Szenarien bei der Richtfunkübertragung zwischen einzelnen Funkmasten und der Basisstation in Mobilfunknetzen der nächsten Generation (LTE) untersucht. „Hier ist die Verlegung von Glasfasern einfach zu teuer und zeitraubend“, sagt Andreas Stöhr, der in engem Kontakt sowohl mit den Komponentenherstellern als auch mit den Netzbetreibern steht.

Kontakt: Andreas Stöhr